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ict channel 12 18 Juni 2021x Thema der Woche Education 27 tigt Joachim Rieß Account Executive Public Sector bei Dell Technologies Deutschland im Gespräch mit ICT CHANNEL »Bislang wurden IT-Anschaffungen im Bildungsbereich nicht immer strategisch und langfristig genug geplant und der digitale Rückstand der sich daraus ergeben hat lässt sich nicht so einfach in ein bis zwei Jahren aufholen Der Aufbau umfassender IT-Infrastrukturen gehört zudem nicht zu den Kernkompetenzen der Entscheider im Bildungsbereich und allein die Vielzahl unterschiedlicher Geräte im Einsatz sowie fehlende Standardisierungen sind schon eine Herausforderung « Aufwendige Ausschreibungen Einer der Gründe warum bisher nur ein Bruchteil der bereitgestellten Gelder abgerufen wurde sei die enorm aufwendige Ausschreibungspraxis im Bildungsmarkt wie überhaupt im öffentlichen Sektor Da sind sich alle Gesprächspartner einig »Sowohl Schulen als auch der Schulträger müssen bereits vor der Beantragung der Mittel einiges erledigen So wird ein Medienkonzept benötigt wofür den Beteiligten schlicht oft die Zeit fehlt« erläutert Rieß »Auch haben die Träger häufig schon allein mit Blick auf die Schulgebäude einen großen Investitionsstau zu überwinden um diese zum Beispiel strukturiert zu verkabeln Solche Maßnahmen brauchen Zeit und Vorbereitung « Dazu käme dann noch die fachlichinhaltliche Planung »Wie soll die Schul-IT insgesamt aufgebaut sein? Wer betreibt sie? Und wie sieht die Finanzierung nach dem Auslaufen der Fördermittel aus?« All das müsse eine Schule oder ein Schulträger laut Rieß schon am Anfang für sich klären »Dazu braucht es eben einen ausgefeilten Medienentwicklungsplan sowie darüber hinaus eine IT-Strategie für die gesamte Schullandschaft « Der Experte von Dell rät Que lle Del l Joachim Rieß Account Executive Public Sector Dell Technologies Deutschland und vor allem Lehrer beratungsresistent Die bestellen lieber bei Amazon als beim angeblich zu teuren Händler vor Ort « Sein ernüchterndes Fazit »Alles in allem ein schwieriges Klientel« IT-Infrastruktur mangelhaft Die Gründe für die trotz Geldregen schleppende Digitalisierung an Schulen sind vielfältig Zum einen hapere es in vielen Schulen bereits an der IT-Infrastruktur wie Jan Moll Geschäftsführer des IT-Dienstleisters Dtm Group im Interview mit ICT CHANNEL berichtet »Es wurden Tablets verteilt aber keine substanziellen Veränderungen auf den Weg gebracht Doch was hilft das neueste Tablet wenn es am Ende des Tages nicht angemessen genutzt werden kann? Wenn bei Klassenwechsel 30 Schüler im Klassenraum sitzen und 30 Schüler vor der Türe warten und alle über einen veralteten Access-Point ins Netz wollen?« Die öffentliche Diskussion drehe sich um digitale Endgeräte und um Applikationen vernachlässige aber die Infrastruktur so seine Kritik »Dabei ist das Netzwerk ein enorm wichtiger Baustein Sprechen wir von Schulen sprechen wir nicht von Spielzeug-EDV Oft sind die Anforderungen in Schulen sogar höher als in Unternehmen Und natürlich werden dann ähnliche und eben leistungsfähige Strukturen benötigt Aktuell sehen wir hier starke Defizite und dringenden Aufholbedarf « Die Schuld an der einseitigen Vorgehensweise gibt er auch dem Aktionismus der Politiker und der Vorliebe für öffentlichkeitswirksame Maßnahmen »Laptops zu beschaffen und zu verteilen ist eine schnelle und öffentlich sichtbare Maßnahme repräsentativ und populär Eine Infrastruktur aufzusetzen dauert und das Ergebnis bleibt weitgehend unsichtbar Sei es nun die neue Verkabelung oder der neue Access-Point « Die Versäumnisse reichen lange zurück und ließen sich auch nicht so schnell aufholen betä-Schulen deshalb dazu sich entsprechende Hilfe von Experten zu holen Judith Hoffmann Head of Commercial Operations and Business Development bei Samsung weist darauf hin dass die Tücken bei der Ausschreibung auch langfristige Auswirkungen haben können »Die darin festgelegten Kriterien können die Beschaffung erschweren und damit die Flexibilität einschränken wo es nicht sein müsste « Das zeige ein Blick in die verschiedenen Ausschreibungsdatenbanken im Bildungsbereich »Von 94 von uns untersuchten Ausschreibungen für Tablets sind 80 auf Geräte eines einzelnen Herstellers ausgelegt Lediglich 14 Ausschreibungen sind offen und damit produktneutral Das bedeutet 85 Prozent der Ausschreibungen entsprechen nicht den Vorgaben des Bundes« Diese Situation könne zu Problemen bei der Digitalisierung von Schulen führen und die Geschwindigkeit hemmen »Durch die einseitige Fokussierung auf einen Hersteller besteht die Gefahr dass ungewollte Abhängigkeiten von einem einzelnen Anbieter dessen Preisvorgaben und Lieferfähigkeiten entstehen und Schulen in einen sogenannten Vendor-Lockin geraten « Eingeschränkte Flexibilität bei Folgeausschreibungen unkontrollierbare Kosten sowie ein erhöhtes Risiko der Einf lussnahme auf Lehrinhalte könnten die Folge sein Jan Moll Geschäftsführer des IT-Dienstleisters Dtm Group Que lle Dtm Gro up Support und Wartung bleiben ein großes Thema